Ich hatte die Idee, kurzen Prozess mit den Landkreisschildern im Südosten der Republik zu machen. Von kurz konnte allerdings nicht wirklich die Rede sein. Meine Beine, nein, eigentlich auch der Rest war seit Wochen zu nichts zu gebrauchen. Trauriges Streckengeknubbel, keinerlei Druck auf dem Pedal. M. hatte mich mehrmals stehenlassen.
Draußen schlafen. Vor zwei Jahren konnte ich mir nicht mal vorstellen, in der Nacht rumzufahren. Jetzt rolle ich hier meinen Schlafsack aus wie eine von den Alten. Der Candy ist gut für Premieren. Aber ich wäre nicht halb so ruhig, wenn Harald nicht drei Meter weiter weg läge.
Weiterlesen „Candy B. 2018, Teil II: Team Soma, übernehmen Sie!“
Wie, du fährst mit dem Zug nach FfM und theoretisch mit dem Rad zurück, fragt P.. Bitte, was ist das denn?
Theoretisch, denn wir hatten uns nur in ein paar Tweets verabredet, und wie sicher kann man eigentlich sein, dass so etwas funktioniert?
Weiterlesen „Candy B. 2018, Teil I: Ferienlager mit Harald L.“
Ich weiß, ich bin total falsch in der Zeit. Festive 500*, was war das nochmal? Interessiert Mitte Januar keinen Menschen mehr. Erst wenn die Aufnäher im Postfach landen, wird wieder kollektives Erinnerungs-Seufzen über sämtliche Timelines rattern.
Weiterlesen „Festive 500, 13.018 Kilometer, 2017 und der ganze Rest“
Guten Tag, mein Name ist Takeshi und ich bin Landkreis-süchtig. Verzeihung, das stimmt nicht ganz. Eigentlich bin ich Landkreisschild-süchtig. Kreisgrenzschild, wie man korrekt sagt. Was man auf dem Rad nicht alles lernt.
Nach der großen Fahrt hatte ich mich mit wachsendem Unmut auf den Hausrunden herumgetrieben. Die Beine waren nicht mal so schlecht, und war ich erst einmal unterwegs, machte es auch Spaß. Aber aufzubrechen fiel mir zunehmend schwer.
Ein neuer Sommertag. Abfahrt in der kühlen, schattigen Schlucht des Sernftal zum Wachwerden. Zwischen Glarus und dem Walensee führt der Weg schon raus aus den Bergen. Erste Anmutung, wie es sich anfühlen wird, wieder im Flachen zu sein. Aber da ist noch die Vorder Höhi.
Tag 14 beginnt mit dem falschen Pass und mit Gegenwind. Ich habe um 10 Uhr am Morgen schon Heißhunger, die Beine sind schlapp, und zu spät los bin ich auch. Willkommen in meinem Leben auf der Straße.
Auftritt: Die große Müdigkeit. Am nächsten Morgen ist sie da, legt sich wie ein Schleier über alles, verlangsamt Bewegungen und Gedanken, führt dazu, dass ich Beinlinge verkehrt herum anziehe, das Gepäck zuschnüre, obwohl da noch Sachen rumliegen, oder, ein paar Tage später, ernsthaft überlege, ob ich das Hotel aus dem Fenster des ersten Stocks verlassen soll, als ich mich im Zimmer eingeschlossen glaube.
Wie bringe ich es zusammen, den kleinmütigen Anfang dieser Tour, und das Ende, das so ganz anders war? 3.050 Kilometer sind es geworden, fast 35.000 Höhenmeter. Dreieinhalb Wochen auf der Straße. 16 Etappen. Aber das sind nur Zahlen. Das sagt gar nichts.
Der Kollege V. beklagt sich. Ich hätte zu viel über das Korn auf den Feldern geschrieben im Bericht zum 600er Brevet. War aber nun mal so viel Korn, da unterwegs. Wäre mir auch recht gewesen, wenn es noch etwas anderes zu sehen gegeben hätte.
Maurice Brocco war ein französischer Rennradfahrer, der seine Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts hatte und als erster auf die Idee kam, als Domestik Fahrer mit größeren Chancen zu unterstützen. Der Leipziger Fahrradladen Coco veranstaltet Brocco zu Ehren im zweiten Jahr eine Art 400 km-Alleycat-Brevet. Vier Checkpoints bei Jena, Chemnitz, Dresden sind von Leipzig aus auf einer beliebigen Strecke innerhalb von 24 Stunden anzusteuern. Der Endspurt-Alex hatte mir die Veranstaltung auf den Blog kommentiert.

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