Als ich es aufgebaut sehe, mitten im Ausstellungsraum der Jaegher Ateliers, ist das mindestens der zweitbeste Moment des Tages. Ganz allein bin ich dort, für eine Viertelstunde, und das ist gut so, denn ich kann mich erst mal zusammennehmen und falle Diel Vaanenooghe nicht sofort um den Hals, wenn der zur Tür herein kommt.
Meine Mutter hatte ein Lieblingsbuch, das hieß „Die wunderbaren Fahrten und Abenteuer der kleinen Dott“. Darin wird das Mädchen Dott aus der Prignitz von einer Blume verzaubert und für andere Menschen unsichtbar und reist sodann mit ihren Tierfreunden durchs Land. Mein Bruder und ich fanden das früher unendlich langweilig, aber in letzter Zeit muss ich öfter an diesen Buchtitel denken.
Es pladdert gegen das Fenster unseres Dachzimmers im Alten Wirtshauses, einige Kilometer oberhalb des Kurorts Hartha, Startort des heutigen Radmarathons, als ich um kurz nach fünf erwache. Es ist echtes Tante-Gilla-Wetter.
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Der Radsportverein ESV Lok Schöneweide richtet eine RTF aus. Allein der Name! ESV Lok Schöneweide, klingt nach lauschigem Clubhäuschen auf einem verlassenen, überwucherten Gelände der Bahn, wo sich die Jungs heimlich nach dem Training treffen, um Isodrinks und alte Radsportmagazine zu tauschen. Vergnügt genug sehen sie aus.
Unwort Mentaltraining. Bei der Anmeldung zur letzten RTF habe ich gelernt, ich bin ein Trimmfahrer. Zwar las sich „Amateur“ auf dem Auswertungsbogen beim Bikefitting deutlich schmeichelhafter. Aber im Kern trifft es zu. Ich fahre ja nur in meiner Freizeit, nur zum Spaß. Warum also sollte ich meinen Kopf trainieren? Mit Hobby meint man doch: Ich mache das freiwillig und gern?
Weiterlesen „Dörfer schrubben in MOL“
„Und, was kommt da so zusammen an Kilometern?“
Der neue Chef lehnt im Türrahmen. Rosa-lila-kariertes Hemd, kann jetzt auch nicht jeder tragen. Die Frisur sitzt. Er wirkt so zielstrebig. Ich dagegen habe mal wieder den Friseurtermin verbaselt. Haare stehen in alle Richtungen. Aber ich habe zu fahren, in jeder freien Minute. Der soziale Autismus hat eingesetzt. Frühjahr halt.
Es ist mal wieder einer dieser Abende. Regen klopft an die Scheibe. Zerknülltes Papier auf dem Tisch. Der Anrufbeantworter blinkt hektisch vor sich hin. Ich fluche und stöhne abwechselnd.
„Was machst denn du?“ fragt das Verago. Weiterlesen „Elf Fragen an das Verago, acht Blogs die ich mag“
An einem Montag Morgen mit Halsschmerzen aufwachen und draußen regnet es – das kann sogar richtig gut sein, wenn man sich auf einem Campingplatz bei Brügge befindet und in zwei Stunden einen Termin bei der Firma „Fietsen Cles Vaneenooghe“ hat, Hersteller der wunderschönen und begehrten Jaegher Stahlrahmen.
Weiterlesen „Wie ich vor dem ersten Kaffee ein Rennrad erwarb – Flandern, Teil 2“
Wenn es M. nicht gäbe, mein Leben auf dem Rad wäre nur Kilometer und Kalorien.
„Einen Frühlingsklassiker sehen, wär‘ das was? Könnten auch noch beim Genter Altar vorbei. Und bei Jaegher“, schlägt der vor. Und schon ist mein Leben auf dem Rad auch Kultur, Kunst und Kommerz.
Weiterlesen „Die Hand an Sagans Schenkel – Flandern, Teil 1“
Lange habe ich überlegt, ob ich überhaupt hingehen soll, nachdem ich es im letzten Jahr bei der BFS wenig spannend fand. Vielleicht lag das daran, dass ich zuvor Herrn Strasser zugesehen hatte, wie er auf dem Tempelhofer Feld seine einsamen Runden zog, auf der Jagd nach dem neuen 24h-Weltrekord. Weiterlesen „Berliner Fahrradschau – alles urban oder was?“

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