Eigentlich wusste ich seit der Tour mit Harald im letzten Herbst, dass ich das noch einmal probieren musste: mit einem frühen Zug aus Berlin anreisen, 530 Kilometer Thüringen unter die Räder nehmen und tags darauf den letzten Zug am Abend erwischen.

Frank, Erfinder und Organisator von „Thüringen erfahren“, kündigte an, es werde in diesem Jahr eine neue Route geben, ich stellte mir also vor, noch vor dem offiziellen Termin zu fahren und darüber zu scheiben.

Dann kommt die Pandemie mit den bekannten Auflagen, alle Pläne werden zu Schall und Rauch. Übrig bleibt ein Zugticket für den ICE nach Erfurt und weiter nach Heldrungen für einen Mittwoch Ende Mai. Ich lese über die geringe Auslastung der Bahn, und dass erst zu Pfingsten die Taktung hochgedreht werden soll. Womöglich rutsche ich gerade noch so durch.

Je näher die Abfahrt rückt, um so banger wird mir. Die neue Strecke hat noch einmal 1.500 Höhenmeter dazu bekommen und damit über 7.000 (oder, wie der männliche Mitstreiter sagen würde: fast 8.000). Ein Profil mit so viel Zacken, dass nicht mal ich die auswendig lerne: es geht einfach immer hoch. Im Alltag sowieso zunehmende Auflösung. Was mache ich hier? Was soll alles?

https://www.komoot.de/tour/173633823

Am Abend vor meiner Reise ist auf einmal Regen für die Nacht angesagt, wahrscheinlich bin ich dann gerade oben auf dem Rennsteig. Doch einen Schlafsack mitnehmen? Die Hotels würden noch geschlossen sein. Ist eine Tour in dieser Zeit wirklich schlau?

Äußerst verzagt schleppe ich mich um 5 Uhr aus dem Bett und zum Bahnhof. Dabei könnte es wieder mal eine sorglose Angelegenheit sein: Nichts weiter tun als dem Track zu folgen und auf mich achtzugeben, während der Tag zur Nacht wird und umgekehrt. Trotzdem überlege ich, im Bummelzug einfach sitzen zu bleiben bis Magdeburg und dort in den nächsten nach Berlin zu steigen. Das wäre doch auch ein schöner Ausflug.

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Als ich endlich bei Heldrungen auf die Strecke starte, liegt das Jaegher schwer von all dem Essen (Kontakte vermeiden! Vorräte bunkern!) auf der Straße. Es ist etwas sonnig und sehr gegenwindig, die angekündigte leichte Brise: Fehlanzeige. Ich bin unterwegs und total indifferent. Manchmal, wenn ich erst eine Zeitlang im eigenen Kopf herumgekraxelt bin, ist es schwer, dort wieder Platz zu nehmen und weiter zu machen.

Aber wenigstens trete ich endlich in die Pedale, und das ist schon mal besser als alles.

Die erste Attraktion auf der Strecke gleich zehn Kilometer weiter: Der Kyffhäuser von der südlichen Seite. In den Anstiegen, so dachte ich es mir vorher, stelle ich mir einfach vor, ich sei mit langsameren Männern unterwegs, und drossle mein Tempo entsprechend. Das funktioniert ungefähr fünf Minuten lang, aber zumindest ist der Puls nicht sofort an der Decke.

Und drüben die kleinen Kehren hinunter wedeln, in der verträglichen Stille eines Wochenvormittags. Verlockend glitzert das Wasser der Talsperre Kelbra in der Sonne.

Ich fahre über die weiten Thüringer Wellen, wo schon wenige Höhenmeter für den ein oder anderen wunderbaren Blick über das weite Land sorgen, die Wolken sind wie hingetufft, allmählich bin ich hier richtig.

Ein Stück Bundesstraße hinter Sondershausen wirkt wie Autobahn und behagt mir nicht, ich halte mich die meiste Zeit auf dem Seitenstreifen auf. Hinter dem Abzweig nach Schernberg der nächste lohnende Ausblick.

In Dingelstädt der erste Rewe, der Grillhähnchen-Verkäufer spricht mich an. „Bißchen worm zum Fohren?“ Ich bin verwirrt. In Berlin würde man höchstens angemotzt, weil das Rad hier nicht abgestellt werden darf. Kaufe mir Wasser und eine Quarktasche.

Verlasse das Städtchen in einem seltsamen Bogen und finde mich auf dem Kanonenbahn-Radweg wieder. Entlang eines alten Gleises führt ein sehr gerader Weg durchs Grüne und, zu meinem großen Entzücken, durch diverse eisige Tunnel, die sogar Namen haben, Schilder mit Längenangaben, und kleine Lichter, die angehen, sobald ich mich nähere. Ich sause entlang, surre die E-Biker mit dem Freilauf zur Seite, ein Grüppchen Draisinenfahrer johlt mir in einem Tunnel entgegen. Was für eine tolle Anlage!

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Schon liegt das schöne erste Streckenviertel hinter mir, sind die ersten 1.700 Höhenmeter weg.

Gerade als ich auf den zweiten Track wechseln will (habe die Strecke in vier appetitliche Portionen aufgeteilt), wird es plötzlich voll auf der Straße. Fünfzehn Kilometer bis Eisenach, LKWs und PKWs zischen nur so vorbei. Frank, Frank, was hast du dir hierbei bloß gedacht? Fange wieder an zu zweifeln.

Dann fällt mir ein, dass ich mir selbst nichts gedacht habe, ich hätte ja vorher mal fragen können, wie die Strecke wochentags funktioniert, hätte mich überhaupt ankündigen können. Autistin.

Irgendwo im Hinterkopf ist mir, als sei von Eisenach mit der Bahn nicht gut wegzukommen. Also weiter, ich muss ja nur die Stadt hinter mir lassen. Biege auf den Abzweig zur Wartburg ein, das versöhnt mich sogleich. Komme ich doch noch hier hoch!

Das letzte Stück gesperrt, ich parke das Jaegher an der Esel-Station. Eine Banane und die Warnweste rauskramen, ich fühle mich gleich sicherer.

Immer weiter hinein in den Thüringer Wald, sattes Grün der Bäume im goldenen Licht des frühen Abends. Mehr hoch als runter, wilder und ruppiger, vielleicht noch spannender als im letzten Jahr.

Ruhla, hieß so ähnlich nicht diese Sportstadt in Sachsen und die leckeren Nudeln, die ich beim Erzthaler Radmarathon in die Hand gedrückt bekam? Einige Kilometer kaue ich auf dem Wort herum.

Bad Liebenstein, letzter bekannter Rewe vor dem Rennsteig. Geld und Maske aus den Trikottaschen wurschteln, Riegelpapiere loswerden. Die Frau an der Bäckertheke hält nach mir Ausschau, damit ich noch meinen Kaffee bekomme, ich sitze auf der etwas tristen Bordsteinkante, immerhin von den Einheimischen freundlich gegrüßt (waren die immer so? Oder sind die auch nur ausgehungert nach Gesellschaft?).

Checke noch einmal den Regenradar, die Wahrscheinlichkeit hat sich erhöht, aber nach hinten verschoben. Schaffe ich es noch über den Kamm? Vorm Abfahren in nassen Klamotten habe ich Respekt, und hinter Oberhof wird es dünn mit den Ortschaften. Ich beschließe, trocken zu bleiben hat oberste Priorität. Notfalls biege ich nach Schmiedefeld ab, wo es sicher eine Sparkasse gibt.

Bemerke plötzlich, dass ich in der morgendlichen Aufregung die Sonnencreme vergessen habe. Irgendwas war schon tagsüber komisch, aber der Wind hat so angenehm gekühlt. Also nachts frösteln und glühen, na super.

Die Straße nach Oberhof sei gesperrt, sagt schon unten in Steinbach-Hallenberg ein Schild. Trotzdem probieren? Auf der Baustelle im nächsten Ort kommt mir ein Auto entgegen, der Fahrer versichert mir freundlich, doch, da käme man durch. Es wird mir noch mehrfach begegnen, diese passierbaren Vollsperrungen. Am nächsten Tag latsche ich einmal direkt zwischen arbeitenden Baggern durch, hüpfe samt Rad über einen kleinen Graben, niemanden kümmert es.

Oben auf dem Rennsteig ist das letzte Tageslicht weg und die Stimmung gespenstisch. Die touristischen Einrichtungen hell erleuchtet, alles sieht anheimelnd und gemütlich aus und ist doch seit Wochen geschlossen.

Eine ganze Weile fahre ich auf der Höhe herum, habe die Straße für mich, es ist still, aber nicht kalt, und nicht unfreundlich. Es ist eine gute Nacht.

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Immer wieder scheuche ich mit der Stirnlampe die Rehe auf. Eigentlich habe ich mir angewöhnt, Augenpaare im nächtlichen Wald nicht anzuleuchten, um die Tiere nicht zu erschrecken. Aber diese Augen sehen seltsam aus: gelb, schmal, arglistig. Als ich mich einmal in die Büsche schlage, alle Lichter aus, höre ich ein Käuzchen in der Ferne rufen.

Will mich erst für die lange Abfahrt nach Bad Blankenburg warm anziehen und fluche kurz darauf über das Flüsschen, dass die Schlucht runter nach Katzhütte zum Eisschrank macht.

Kurz vor dem Abzweig probiere ich die Tür zu einer Sparkasse. Keine Ahnung, ob wegen der Pandemieauflagen der Zugang eingeschränkt ist. Aus dem winzigen Vorraum schlägt mir mollig warme Luft entgegen, mein Jaegher und ich würden gerade so reinpassen. Ich bin beruhigt.

Der Anstieg nach Neuhaus, ich fliege dort hoch, es geht erstaunlich leicht. Feiere Frank, den Streckenchef. Streckenkönig! Streckenfrankenstein! Was für ein wundervolles Monster hast du hier erschaffen?

Auf einmal wird mir leicht übel. Doch ein bißchen viel, das ewige Auf und Ab den ganzen Tag? Ich beschließe, die nächstbeste Gelegenheit zu nutzen, um etwas auszuruhen.

Diesmal mummle ich mich ein für die Abfahrt, Langarmtrikot und Handschuhe. Eine Strecke zum Rollen, das Flüsschen Lichte entlang bis zur Talsperre Deesbach, Wasserschutzgebiet, der Weg für Autoverkehr gesperrt, erst weiß ich nicht, ob ich mit dem Rad hier lang darf, schleiche mich durch das Tor. Aber wer soll mich um die Uhrzeit schon aufhalten?

In Sitzendorf sehe ich links eine Sparkasse, halte pflichtbewusst an. Der Vorraum ist von der Straße aus nicht einsehbar, 2 Uhr, perfekt. Unter einer Ablage befindet sich großes Fach, dort ist es nicht so hell. Ich esse mein Käsebrot und döse. Über 4.000 Höhenmeter geschafft!

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45 Minuten später bin ich wieder auf dem Rad und genieße die restliche Abfahrt.

Bis Bad Blankenburg. Dort setzt leichter Regen ein, der nach Sommer riecht und schnell dichter wird, so dass ich mich an einem Bushäuschen unterstelle, und, als es nicht nachlässt, nach der nächsten Sparkasse schaue.

Eigentlich liege ich gut in der Zeit, eine weitere Stunde Pause kein Problem. Ich ordne meine Sachen, versuche nochmal zu schlafen, schaue die sozialen Medien durch. Draußen regnet es immer weiter, allmählich wird mir langweilig. Aber durchnässt zu werden ohne Aussicht, mich aufwärmen zu können? Inzwischen hat es deutlich abgekühlt.

Schließlich breche ich doch auf, erste graue Dämmerung, fahre die nächsten Kilometer so schnell ich kann, das Wasser spritzt von der Straße hoch und kommt von oben, nur warm werden. In Saalfeld soll es eine 24-Stunden-Shell geben. Ich winde mich durch die labyrinthische Streckenführung, biege auf Radwege ein und auf Hauptstraßen, sehe es irgendwo in der Ferne orange-gelb leuchten, die Tanke ist doch nicht direkt auf dem Weg. Wasser, was noch? Ich habe keinen Überblick, und keinen Hunger mehr.

Eine Bockwurst! Werde komisch gemustert, dabei habe ich mir in der Sparkasse noch das Gesicht abgewischt. In der Scheibe sehe ich, Kappe und Helm sitzen schief und krumm.

Draußen stehe ich abseits im Regen und versuche, mir keinen Senf ins Gesicht zu schmieren. Ich habe mal morgens um 9 Uhr eine Bockwurst gegessen, als ich schon vier Stunden unterwegs war. Bauarbeiter-Style, hatte M. das kommentiert. Er sollte mich hier sehen.

Weiter, die nächsten drei Zacken, und plötzlich ist in den Beinen die Bremse eingerastet. Ich muss noch durch Gewerbegebiet, ich hasse die Autofahrer, und da vorne geht es also wieder hoch. Die Hügel hängen tief in den Wolken. Es sind immer noch über 200 Kilometer, viel zu weit. Wie soll das gehen?

Am Abzweig nach Könitz ist ein Bäcker, von Frank besonders gepriesen, aber eigentlich brauche ich nichts und bin mir sicher, wenn ich jetzt anfange zu schlampen, kann ich es gleich vergessen. Ich komme schon auf dem Rad überhaupt nicht mehr vom Fleck. Es ist kalt. Der Wind kommt von Norden und Westen, genau meine Richtung. Schönen Dank auch.

Ich musste ja unbedingt schlau daherreden, wie man Langstrecke mit dem Kopf fährt. Na dann zeig‘ uns doch mal, wie das geht!

Der Punkt ist, ich will das heute unbedingt zu Ende fahren. Es gibt Touren, die bricht man ab und ist trotzdem noch der gleiche Mensch. Und es gibt diese hier.

Ich drücke mich den nächsten Zacken hoch. Es dauert unendlich lange. Der Radcomputer ist bei 355 Kilometer eingefroren. Von Sonne keine Spur. Die Landschaft interessiert mich gerade auch nur mäßig.

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War es je so hart? Ich habe noch elf Stunden, die ich ohne Frage brauche, und die letzten 60 Minuten waren schon schlimm. Die Harder werde ich den Blogartikel nennen, sollte es je einen geben, sollte ich hierüber jemals berichten wollen!

Die vordere Bremse fängt an zu flappen. Flappen, was soll das bedeuten, fragt M. wenig später am Telefon. Na, dass es so ein Flapp-Flapp-Geräusch macht, sage ich. Die Bremsklötzchen haben ein kleines bißchen Spiel. Ich habe angefangen, nur noch hinten zu bremsen, was mich noch langsamer macht, weil ich mich nicht traue, richtig in die Abfahrten zu gehen. Und dann beschlossen, der Anruf wird mich weniger Zeit kosten, als dies den ganzen Tag durchzuziehen.

M. befindet es für ungefährlich. Ich bin froh, wenigstens wird diese Schufterei bergauf belohnt. Auch wenn da irgendwo ein dünnes Stimmchen der Meinung ist, wegen Defekt in einen Zug steigen zu müssen wäre auch eine Lösung.

Külmla und Tausa und Bucha, und mir fällt einfach nicht ein, wie diese Nudeln heißen.

Ich halte an einem kleinen Supermarkt und vergeude wichtige Zeit damit, herauszufinden, dass es dort nur überreife Bananen gibt. Aber die Verkäuferin ist freundlich.

Ich halte an einem Picknick-Platz und esse einen von den Superpower-Riegeln. Alle 90 Minuten eine kleine Pause, dann schaffe ich doch vielleicht genug Kilometer?

Es ist zehn Uhr, als ich die 400 endlich voll habe, und immerhin auch 6.000 Höhenmeter, ich habe plötzlich sehr kurze Anflüge von Hochgefühl, da sind auch diese tollen kleinen Abfahrten, die ich volle Kanne herunterbrausen kann. Hasla! Wie heißen diese verfluchten Nudeln?

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Schließlich ein Wegweiser, 13 Kilometer bis Stadtroda, das gibt mir Auftrieb, Bültge-Vibes. Auf einmal ist es auch sehr warm, die Leute schauen mich komisch an, ich habe immer noch drei Schichten und die dicken Handschuhe an. Am Rewe ziehe ich alles aus.

Über den Bürgel, das kenne ich schon, ein Klacks sagte Frank, seine Frau verdrehte die Augen. Im letzten Herbst kam es mir schlimmer vor. Das ist doch ein Zeichen!

Ich passiere den Punkt, an dem ich damals die Strecke verlassen musste, und es freut mich, nun weiterfahren zu können, auch wenn es schon wieder bergauf geht. Der vorletzte Zacken.

Gedenkstein zur Schlacht bei Jena und doch noch eine der niedlichen Kirchen. Die ganze Strecke ist etwas weniger lieblich als im letzten Jahr, dafür vielfältiger und womöglich noch interessanter. Irgendwie ist auch der Kopf inzwischen defragmentiert. Radfahren macht das Leben so unkompliziert. Aufsitzen und weiterfahren.

Apolda, ich brauche nichts.

Pfiffelbach, zehn Minuten auf der Mauer vor der Schule. Riesa heißen die Nudeln. Ha!

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Ich muss noch hoch Richtung Ettersberg-Siedlung, ich denke, das ist so ein Streckenplaner-Ding, alle möglichen Anstiege mitnehmen. 300 Höhenmeter. Okay.

Erst in der Anfahrt kapiere ich, hier war das Konzentrationslager Buchenwald. Sehr lange führt der Weg die breite, sogenannte Blutstraße entlang, die von den Inhaftierten gebaute Zufahrtstrasse, bis oben zur Gedenkstätte.

Viel Zeit zum Nachdenken, was hier stattgefunden hat, was bei uns im Land gerade passiert, und in der ganzen Welt. Wieder einmal bin ich dankbar, dass es in meiner Schulausbildung eine intensive Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus gab.

Die Aussicht von der Anlage aus über das Land ist herzzereißend schön, welch absurder Kontrast zur schrecklichen Vergangenheit an diesem Ort. Automatisch halte ich hier eine Zeitlang inne. Es ist ein gedankenversunkener Abschluss für meine Variante von Thüringen erfahren.

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Und dann rausche ich hinab und bin tatsächlich wieder im Wellenland. Schloßvippach, noch eine Cola von der Tanke für die letzten Kilometer. Einbiegen auf den Unstrut-Radweg, wild und schön. Passiere alle Dörfer, an denen mein Zug gestern angehalten hat. Gestern fühlt sich an wie vor einer Woche. Die 515 auf dem Radcomputer wird mir gerade erst bewusst. Noch zwanzig Kilometer!

Haue noch mal in die Pedale, es wäre doch schön, in der laufenden Stunde zu bleiben. Sehe auf dem Garmin den Anfang meiner Strecke näherrücken und finde es toll! Ich mache das alles nur für mich, schon klar. Aber heute bin ich auch ein bißchen stolz.

Zwei Stunden bis mein Zug fährt. Ich esse eine Rostbratwurst vom Kiosk, zusammen mit halb Heldrungen. Simse M., dass alles gut ist, und dann schreibe ich Frank eine reumütige Nachricht.

Im Zug ist immer noch nichts los, goldenes Licht über den Feldern, ich knipse begeistert aus dem Fenster.

Machen Sie doch mal hier Urlaub! sagt ein Mitfahrer. Hab ich doch grad, erwidere ich.

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Thüringen erfahren – alles zur Veranstaltung (inklusive Strava-Club). Fahrt nächstes Jahr mit, oder fahrt diese absolut liebevoll kuratierte Strecke zwischendurch! Die Landschaft ist toll, und es gibt kulturell und historisch so viel am Wegesrand zu entdecken!

Anreise mit der DB zu meinem Start- und Zielpunkt Heldrungen (den ich nach der kurzmöglichsten Anfahrt aus Berlin ausgewählt hatte):

  • Mit dem ICE nach Erfurt und dem RE nach Heldrungen, Dauer ca. 3.15 h;
  • Heimreise mit dem RE, einmal Umsteigen in Magdeburg, ca. 4 h

Tour auf Komoot; Fahrzeit 25:46 h, Pausen 6:13 h

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Für F., den Streckenkönig. Danke für alles!