Anfang Dezember, die letzte Spokecard ist in der Post. Zwei Buttons sind noch übrig. Nächstes Jahr die Farbe wechseln, sagt M. Alle mit dunkelblau sind dann BhB-Pionier*innen: Teilnehmende der ersten Saison.

Ich möchte ein kleines Fazit zu „Berlin hat Berge“ ziehen, und ich möchte versuchen, nicht allzu salbungsvoll zu werden. Denn in diesem Jahr, in dem ich eine Zeitlang gar nicht aufs Rad konnte, und dann bei jeder Distanzvergrößerung mit der Sorge unterwegs war, ob das gut gehen wird, ist „Berlin hat Berge“ für mich selbst vielleicht zur größten moralischen Unterstützung geworden.

Einmal die Fakten:

Seit 01. Juni steht die Strecke von 1.000 Kilometern und 10.000 Höhenmetern allen Fahrwilligen zur Verfügung. Drei Frauen und fünf Männer haben es seitdem auf die Finisherliste geschafft. Von zwei Frauen und vier Männern weiß ich, dass sie abgebrochen haben, einige aus Zeitmangel, anderen wegen Defekt an Rad oder Mensch. Glückwunsch nochmals an Euch alle!

Die Zahlen sind für mich sehr in Ordnung, konnte ich so aufgrund der ersten Rückmeldungen (danke an Fabian, der sich noch durch den Werderschen Tagesverkehr quälen musste) noch etwas an der Strecke basteln, wodurch erst die wunderbare Eisenbahnbrücke bei Barby dazukam. Und mich über jede und jeden Starter*in einzeln freuen.

Denn eigentlich viel wichtiger, das Drumherum:

Wie schön es war, Nachrichten zu bekommen von Menschen, die von der Idee mit einer Begeisterung sprachen, die ich so gut zu kennen glaube, die sich fragten, ob sie das schaffen könnten, im Kopf bereits dabei, die Herausforderung bei den Hörnern zu packen. Oder von der absolvierten Tour zu lesen, wenn dieses typische, einzigartige Hochgefühl mitschwingt, durchaus auch bei denen, die abgebrochen haben, etwas wehmütig vielleicht, und zurecht doch stolz auf das Geschaffte.

Fast noch schöner: das Warten am Brandenburger Tor auf diejenigen, die sich bei mir „angemeldet“ hatten. Der Duft von frischen Trikots am Start, die sirrende Aufbruchsstimmung. Oder auf der Durchfahrt, wenn sich aus der Menge der Fahrradpendler, die mit jeder Ampelphase am Brandenburger Tor vorbei rauscht, ein Mensch heraus schält, dessen Rhythmus auf etwas ganz anderes ausgelegt ist, die Schultern hochgezogen, der Blick in die Ferne gerichtet. Wie man sich da sofort erkennt. Dass überhaupt eine im Erzgebirge losradelt und zwei Tage später am Brandenburger Tor steht! Völliges Gänsehaut-Erlebnis.

Dann die ganzen Geschichten von der Strecke. Anja, die spätabends auf dem Fichtelberg auf zwei Menschen trifft, die sie fragen, ob sie gerade Berlin hat Berge fährt. (Danke an dieser Stelle an Sascha, der BhB bei den Berliner Randonneuren verlinkt hat, sowie an Marie und Johanna für die Verbreitung auf Instagram.)

Sascha, der mit seinen Mitfahrern hartnäckig daran festhält, am heißesten Tag des Jahres zu starten, und trotzdem hinter dem Harz nachts im nasskalten Rettungsdeckensack liegt. Lisa mit ihrer Regenankunft auf dem Schneeberg, die mich schon beim Zusehen frösteln ließ. Frank, der irgendwo am südlichen Ende der Strecke im kalten Herbstmorgennebel eine Stunde bei einem angefahrenen Reh ausharrt.

Ich kann nur sagen, danke für Eure Erlebnisse. Danke fürs Teilen! Das hat mich berührt in diesem Jahr.

Und ganz herzlichen Dank auch für Eure Großzügigkeit – vierhundert Euro sind im Rahmen von BhB in diesem Jahr an #BIKEYGEES e.V. gespendet worden!

Berlin hat Berge wird in 2023 weitergehen. Es gibt keine Pause, außer eine Winterwetter-bedingte, selbstgewählte. Alle Infos zur Tour findet Ihr immer hier, die aktuellen Strecken hier. Alle Berichte von unterwegs sind in der Hall of Fame verlinkt.

Zum Abschluß eines meiner liebsten Zitate zu BhB, es kommt von Falk: „Es war toll und aufregend – die Vorbereitung, die Fahrt und die Ankunft mit Eva, Anke und Martin und auch die Nachlese mit Button und Urkunde, die sich gerade anfühlen wie Krone und Zepter. We did it. Danke, Eva.“

Ich habe zu danken. Ich freue mich auf die nächsten Fahrer*innen!