Ich habe noch nie etwas „gerebloggt“. Heute ist Premiere für diese Funktion. Weil sich gerade meine schlechte Radfahrlaune durch einen kleinen Text von Jörn auf dem Umdensee-Blog um 180 Grad gedreht hat.
Wenn um dich herum reife Herren auf aerodynamischen Carbon-Werbeflächen munter dahin kurbeln und dabei aussehen, als könnten sie jederzeit für eine Tanzeinlage bei Justin Timberlake auf die Bühne springen, dann weißt du, du bist bei einer RTF.
Meine Mutter hatte ein Lieblingsbuch, das hieß „Die wunderbaren Fahrten und Abenteuer der kleinen Dott“. Darin wird das Mädchen Dott aus der Prignitz von einer Blume verzaubert und für andere Menschen unsichtbar und reist sodann mit ihren Tierfreunden durchs Land. Mein Bruder und ich fanden das früher unendlich langweilig, aber in letzter Zeit muss ich öfter an diesen Buchtitel denken.
Es pladdert gegen das Fenster unseres Dachzimmers im Alten Wirtshauses, einige Kilometer oberhalb des Kurorts Hartha, Startort des heutigen Radmarathons, als ich um kurz nach fünf erwache. Es ist echtes Tante-Gilla-Wetter.
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Der Radsportverein ESV Lok Schöneweide richtet eine RTF aus. Allein der Name! ESV Lok Schöneweide, klingt nach lauschigem Clubhäuschen auf einem verlassenen, überwucherten Gelände der Bahn, wo sich die Jungs heimlich nach dem Training treffen, um Isodrinks und alte Radsportmagazine zu tauschen. Vergnügt genug sehen sie aus.
Unwort Mentaltraining. Bei der Anmeldung zur letzten RTF habe ich gelernt, ich bin ein Trimmfahrer. Zwar las sich „Amateur“ auf dem Auswertungsbogen beim Bikefitting deutlich schmeichelhafter. Aber im Kern trifft es zu. Ich fahre ja nur in meiner Freizeit, nur zum Spaß. Warum also sollte ich meinen Kopf trainieren? Mit Hobby meint man doch: Ich mache das freiwillig und gern?
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