Unwort Mentaltraining. Bei der Anmeldung zur letzten RTF habe ich gelernt, ich bin ein Trimmfahrer. Zwar las sich „Amateur“ auf dem Auswertungsbogen beim Bikefitting deutlich schmeichelhafter. Aber im Kern trifft es zu. Ich fahre ja nur in meiner Freizeit, nur zum Spaß. Warum also sollte ich meinen Kopf trainieren? Mit Hobby meint man doch: Ich mache das freiwillig und gern?
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„Und, was kommt da so zusammen an Kilometern?“
Der neue Chef lehnt im Türrahmen. Rosa-lila-kariertes Hemd, kann jetzt auch nicht jeder tragen. Die Frisur sitzt. Er wirkt so zielstrebig. Ich dagegen habe mal wieder den Friseurtermin verbaselt. Haare stehen in alle Richtungen. Aber ich habe zu fahren, in jeder freien Minute. Der soziale Autismus hat eingesetzt. Frühjahr halt.
An einem Montag Morgen mit Halsschmerzen aufwachen und draußen regnet es – das kann sogar richtig gut sein, wenn man sich auf einem Campingplatz bei Brügge befindet und in zwei Stunden einen Termin bei der Firma „Fietsen Cles Vaneenooghe“ hat, Hersteller der wunderschönen und begehrten Jaegher Stahlrahmen.
Weiterlesen „Wie ich vor dem ersten Kaffee ein Rennrad erwarb – Flandern, Teil 2“
Lange habe ich überlegt, ob ich überhaupt hingehen soll, nachdem ich es im letzten Jahr bei der BFS wenig spannend fand. Vielleicht lag das daran, dass ich zuvor Herrn Strasser zugesehen hatte, wie er auf dem Tempelhofer Feld seine einsamen Runden zog, auf der Jagd nach dem neuen 24h-Weltrekord. Weiterlesen „Berliner Fahrradschau – alles urban oder was?“
So nannte ich im vergangenen Jahr auf Komoot die Tour vom Ostersonntag. Der Coach wollte natürlich wissen, wer das denn nun wieder sei. Der Name hatte ich vom bösen Bluttransfusions-Doktor geliehen, den Armstrong angeblich einmal anrief, als Patani ihm in schwindelerregendem Tempo davon fuhr.
Der letzte Tag. Statt durch die flache, öde Piana Catania auf direktem Wege zurück ans Meer zu rollen, haben wir einen Abstecher Richtung Ätna eingeplant. Ein paar Höhenmeter sollen zusammen kommen, eine unterhaltsame Fahrt soll es werden.
„Ist richtig angenehm draußen!“ Begeistert tritt M. mit den Radschuhen in der Hand vom Balkon. Es ist kurz nach 7 Uhr am Morgen. Den Haarfön kann ich angesichts der hellhörigen Wände noch nicht anwerfen. Also rein in klamme Socken, Radhose, Trikot.
Scheinheilig kitzelt die Sonne mich wach. Der Ätna liegt unbewegt unter einer frischen Schneeschicht. Ein Anblick, der auf jeder Fernwanderung Freude bereiten würde. Mit dem Rennrad unterwegs erfüllt er uns eher mit Skepsis.
Eigentlich hätte man es sich denken können. Kurz vor dem Abflug sehe ich noch flüchtig die Meldung, dass die 5. Etappe von Tirenno-Adriatico gemäß des Extreme Weather Protocol der UCI abgesagt ist. Schneefall auf dem Apennin bis runter auf 700 Meter. Viel weiter südlich werden wir auch nicht unterwegs sein. Weiterlesen „Sizilien 2016: Am Ätna entlang nach Randazzo“

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